Ich stell mal diese Frage ein, denn „wer nicht fragt, bleibt dumm!“
Vor ein paar Tagen in einer kleinen Kneipe, einer Astra-Stube, einem miefigen Zuhause von harten Jungs, die jenseits sind von Gut & Böse. Ich liebe dieses Völkchen, mal fernab von Gucci-Gucci-Bussi-Bussi-Stammtischen, mal rein springen in die andere Seite der Stadtmedaille. Und ausgerechnet hier unterhalten sich Kneipenwirt und Gast über Bücher. Weil das mein Thema ist, bleibe ich. Eigentlich wollte ich nur mal schnell ne Cola durch meine Kehle spülen. Aber dann wurde ich Zeuge, wie in mitten grauster Rauchschwaden Hesses Steppenwolf, Fontanes Effies Briest, Manns Zauberberg sich an die Tresen gesellten. Und auf einmal bekamen diese schweren Astra-Jungs eine andere Ausstrahlung. Und so mische ich mit, und ich gebe mein bestes Stelldichein mit Goethes Erlkönig. „Wer reitet so spät durch Nacht und Wind…“ da stimmt doch glatt der Wirt mit ein. Hinter mir ein freches Rülpsen und die Frage: „Goethe? Auch son Hamburger Jung?“ – Der Wirt verschüttet sein Glas und schreit: „Bist du blöd, oder was?“
Irgendwann endet das kleine literarische Quartett, aber eines bleibt: Bücher bilden, wenn es die richtigen sind. Bücher beflügeln die Fantasie. Bücher sind Freunde, die dich begleiten, bis du dich von ihnen trennst, weil du dich weiter entwickelt hast, sie aber nicht. Bücher entführen dich in Traumwelten, wenn du selbst keine mehr produzierst. – Ich liebe Bücher! Aber es müssen die besten sein! Kennst du sie, die besten? Keine Geschmacksfrage, mehr eine Frage des Anspruchs. Wer zitiert schon gern aus Herrn Konsalik?
Eure Leseratte……..heute mit Gedichten von Pablo Neruda und Claire Goll in die Nacht tanzend.

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