Jedes Jahr aufs Neu stolpern sie über die Laufstege, wackeln ein wenig erst mit Hüften, dann mit Brüsten. Die Lippen kleine Rettungsinseln, das Lächeln wirkt trainiert. Nein, neidisch bin ich nicht. Ich leide eher mit. Miss Germany 2008, ein junges Mädchen, das die Abireife kurz mal eben unterbricht – weil der Vertrag es so will? Weil sie es so will? Ist das der Traum der deutschen Mädels? Seit 1927 streiten die schönsten (Ledigen) der Schönen um einen Titel. In einer Zeit, in der jede Zweite Angst um eine Lehrstelle, Angst um einen Studiumsplatz hat, Angst um ihre Zukunft – bleibt da die Hoffnung, mit Schönheit etwas Sicherheit zu gewinnen? Und 1 Jahr später? Von „Mein Vertrag! Mein Auto! Mein Pelz!“ sicherlich keine Spur mehr. Wer schafft es tatsächlich, mit seiner Schönheit noch über diesen Weg Geschichte zu schreiben? Sophia Loren, der Inbegriff von Schönheit – aber auch von Grazie, von Anmut, von Intelligenz. Sie hätte sich niemals die Krone aufgesetzt – und auch die Hepburn tat es nur in ihren Filmen. Was heißt das? Eine MISS zu sein, das ist ja keine Leistung. Eine schöne Frau zu sein, noch kein Verdienst. Die schönsten Frauen stehen nicht auf einer Bühne mit Banderole um die Taille – die schönsten Frauen studieren Wissen – weil sie erkannt haben, dass Schönheit vergänglich ist, sie aber mit Wissen jede Bühne betreten können! Und weil sie – dank der Miss Wahlen – einmal mehr um ihren Ruf kämpfen müssen, schön UND auch helle sein zu können!

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